
Einen Wochenendurlaub in Ostfriesland hat unsere Patentiertante Heike dazu genutzt, einen Abstecher nach Aurich zu machen, um dort unseren Yoda zu besuchen. Nachstehend ihr Bericht und einige aktuelle Fotos: Aus dem einst „hässlichen Entlein“, das die Arche im Jahr 2009 aus seinem Verlies befreite, ist ein „schöner Schwan“ geworden.
Einen Wochenendurlaub in Ostfriesland hat unsere Patentiertante Heike dazu genutzt, einen Abstecher nach Aurich zu machen, um dort unseren Yoda zu besuchen.
Nachstehend ihr Bericht und einige aktuelle Fotos:
Aus dem einst „hässlichen Entlein“, das die Arche im Jahr 2009 aus seinem Verlies befreite, ist ein „schöner Schwan“ geworden. Yoda, der in der Zwischenzeit kastriert wurde, genießt sein neues Leben auf dem Hof der Herzen, stets umsorgt von seiner Pflegefamilie. Er hat eine große Wiese für sich ganz allein, doch ab und zu darf auch mal eine Pferdefreundin diese mit ihm teilen – aber auch nur, wenn er es denn wünscht.
Durch die gute Luft (die Nordsee ist nur ca. 16 km entfernt) hat sich sein Lungenleiden – entstanden durch die jahrelange Haft in seiner Box beim vorherigen Besitzer, welche 6 lange Jahre dauerte und durch das Einatmen seiner Exkremente, die ihm bis zum Bauch reichten – in den letzten Jahren gebessert. Tierärztlich steht er weiterhin in Betreuung.
Mir kamen die Tränen, als Yoda vor mir stand. Und ich möchte noch einmal allen Beteiligten, die bei seiner Rettung anwesend waren, herzlich dafür danken, dass ihr diesem wunderbaren Tier – und natürlich auch seiner Mutter, Oma und den Tanten – das Leben gerettet habt.
Yoda und seine Pflegefamilie würden sich sehr freuen, Besuch von seinen Paten, den Rettern und der Arche-Familie zu bekommen.
Falls eurerseits Interesse besteht, kann ich Kontakt zur Pflegestelle zwecks einer Terminvereinbarung aufnehmen. Bitte kontaktiert mich unter patenschaften@arche90.de.
Liebe Grüße
Patentiertante
Heike

Hallo, liebe Leute, ich bin Yoda, 6 Jahre alt, und ich kam im Juni 2009 zur Arche90. Ich wurde aus übelster Haltung gerettet und dies ist meine Geschichte: Ich lebte mit meiner Mama, meiner Oma und zwei weiteren Stuten auf einem Hof in Dortmund. Dort habe ich seit meiner Geburt in meinem Stall gestanden.
Hallo, liebe Leute,
ich bin Yoda, 6 Jahre alt, und ich kam im Juni 2009 zur Arche90. Ich wurde aus übelster Haltung gerettet und dies ist meine Geschichte:
Ich lebte mit meiner Mama, meiner Oma und zwei weiteren Stuten auf einem Hof in Dortmund. Dort habe ich seit meiner Geburt in meinem Stall gestanden und durfte niemals raus auf die Weide das Tageslicht sehen oder die Welt kennen lernen. Auch das Laufen hab ich nie richtig gelernt, weil ich nie nach draußen durfte. Ab und zu gab es etwas zu Futtern, aber menschliche Zuwendung gab es nicht.
Als die Leute von der Arche mich fanden, stand ich bis zum Bauch in meinem eigenen Mist und Urin. Aus dem Stall musste ich mühsam mit Hilfe der Feuerwehr befreit werden. Weil ich nicht mehr durch das Stalltor passte, musste es aufgebrochen werden. Das Stalltor, durch das ich als Hengstfohlen meinen Stall betrat, den ich aber nie wieder verlassen durfte.
Meine Hufe waren nie gekürzt worden und inzwischen so verwachsen, dass ich mich bei jedem meiner Schritte selbst verletzte. Die Haut, die so stark von der Gülle aufgeweicht und angegriffen war, übersät von Wunden riss nun bei jedem Schritt weiter auf.
Ich hatte kaum Kraft zu Stehen, geschweige denn zu Laufen. Einen Transport würde ich nicht überleben, sagten die Ärzte. Also begann ein langer, leidiger Fußweg in die rettende Tierklinik.
Dort wurde ich über zwei Monate lang liebevoll wieder aufgebaut. Man hat mich gewaschen, die verfilzte Mähne und den Schweif geschnitten, meine Wunden wurden versorgt. Und ich lernte den Himmel, die Sonne, grünes saftiges Gras und auch Autos – also kurz gesagt das Leben – kennen.
Meine Lungen sind vom langen Stehen im eigenen Mist von den Dämpfen verätzt und daher durfte ich inzwischen eine Kur an der Nordsee antreten. Die frische Luft soll mir helfen und ich soll hier aufgepäppelt werden. Für die Reise zur Nordsee hat man fleißig mit mir trainiert. Nie in meinem Leben habe ich einen Hänger bestiegen und das musste ich lernen. Dank intensivem und liebevollem Training habe ich die Fahrt im Hänger sehr, sehr gut überstanden und kann nun mit meinen neuen Kumpels direkt hinterm Deich herumtollen und die frische Seeluft genießen!
An der Nordsee soll ich auf Dauer bleiben und ab Mai 2010 habe ich eine Dauerpflegestelle auf einem Hof an der Nordsee, wo ich bleiben darf, sollte sich nicht doch irgendwann noch eine Familie für mich finden.
Wenn ihr mich mit einer Patenschaft unterstützen würdet wäre das ganz toll, damit ich unbeschwert mein Leben an der frischen Nordseeluft genießen kann und so lange wie es nötig ist hier bleiben darf. Vielen Dank!
Euer Yoda


