Tierschützerin appelliert: Schaut bei Tierleid nicht weg!

Vernachlässigung hinterlässt Spuren. Zu oft sieht es Tierschützerin Gabi Bayer in den Augen der Tiere, die sie rettet. So ging es ihr auch bei ihrem letzten Einsatz.

„Die kleine Maus hatte sich schon aufgegeben“ erzählt sie traurig über die elfjährige Hündin, die sie in Dortmund-Scharnhorst aus schlimmen Verhältnissen gerettet hat. „Deshalb habe ich sie in den Arm genommen und gedrückt, obwohl sie fürchterlich gestunken hat.“

Der Gestank stammt vermutlich von einer Hauterkrankung oder starken Parasitenbefall. Die gesamte Haut der kleinen Hündin ist verändert – krustig und aufgeworfen. Das Fell fehlt an vielen Stellen komplett. „Zum Glück hat die Besitzerin die Hündin bei der Stellenkontrolle direkt an die Arche90 abgetreten, sodass wir sofort zum Tierarzt fahren konnten“, erzählt Gabi Bayer.

Noch ist nicht klar, was der kleinen Maus fehlt – die Ergebnisse der Blut- und Hautuntersuchung stehen noch aus. Klar ist aber schon: Die Hündin ist mangelernährt und litt unter akutem Wassermangel. Über Nacht bleibt sie beim Tierarzt, bekommt Infusionen und wird gewärmt.

Sobald es ihr besser geht, darf sie in eine spezialisierte Pflegestelle der Arche90 einziehen. Gabi Bayer ist erleichtert, dass ihr jetzt geholfen wird. Ihre Rettung verdankt die Hündin einer aufmerksamen Nachbarin, die den schlechten Zustand des Tieres bemerkt hatte.

„Ich habe mich bei ihr direkt bedankt“, erzählt Gabi Bayer „und ich möchte nochmal alle Dortmunder dazu aufrufen: Verschließt nicht die Augen vor solchem Tierleid! Mischt euch ein, meldet Misshandlungen und Vernachlässigungen. Nur so können Tiere aus solch schrecklichen Verhältnissen gerettet werden.“