Schäfer vernachlässigt Tiere auf tödliche Weise

Derzeit bereitet uns ein Schäfer aus Dortmund-Mengede große Sorgen. Bereits mehrfach wurden der Arche90 Schafe gemeldet, die auf dem Rücken liegen. Ende Februar war ein Team von uns vor Ort, um den Tieren zu helfen (hier der Bericht dazu). Die auf dem Rücken liegende Position ist lebensgefährlich für die Tiere. Kommt ihnen niemand zu Hilfe, sammeln sich Verdauungsgase im Pansen der Schafe und sie sterben nach relativ kurzer Zeit. Unser Team suchte das Gespräch mit dem Schäfer, der allerdings wenig verständnisvoll reagierte. Daher informierten wir das Veterinäramt.

Die Situation besserte sich aber nicht. Vor Kurzem entdeckten wir wieder auf dem Rücken liegende Schafe auf der Weide. Zwei erwachsene Tiere konnte unser Team retten, für ein Tier kam jede Hilfe zu spät. Als wäre das nicht schon schlimm genug, fand unser Team noch zwei Lämmer, von denen eins bereits tot war. Das andere war in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Wir informierten das Veterinäramt und durften das sterbende Lamm zum Tierarzt bringen. Es hatte nicht nur massiven Durchfall, sondern auch eine schwere Nabelentzündung. Infusionen und Medikamente konnten das Schlimmste verhindern. Wir sprachen noch einmal mit dem Schäfer. Statt Verständnis drohte er uns mit Gewalt, erzählt Arche90-Mitglied Gabi Beyer. „Er sagte, dass er mir Gewalt antut, wenn er mich noch einmal bei seinen Tieren sieht.“ Für das gerettete Lamm verlangte er Schadenersatz und sträubte sich, die Tierarzt-Rechnung zu bezahlen. Das Vet-Amt hatte zugestimmt, dass er das Lamm nach der Behandlung abholen durfte. Als der Schäfer das Lamm jedoch beim Tierarzt an einen Tropf angeschlossen sah, wollte er es nicht mehr.

In der Zwischenzeit war das Veterinäramt mehr als einmal vor Ort. Der Schäfer bekam Auflagen erteilt. Geholfen hat es nicht. Bei einer erneuten Kontrolle entdeckte unser Team ein Schaf mit einer geschwollenen Vulva. Ein erfahrener Schäfer, mit dem wir zusammenarbeiten, erklärte uns, dass das Tier einen Scheidenvorfall hat. Dadurch kann es keinen Urin mehr ablassen und stirbt qualvoll.

Wir informierten die Polizei, die uns erlaubte, das Schaf einzufangen und zum Tierarzt zu bringen. Leider klappte es an diesem Abend nicht. Es war schon zu dunkel und nach zwei gescheiterten Versuchen gaben wir auf, um keine Unruhe in die Herde zu bringen. Viele der Tiere waren hochschwanger, jeder Stress ist eine Gefahr für sie.

Am nächsten Tag informierten wir wieder das Veterinäramt. Der Schäfer brachte das Schaf mit dem Scheidenvorfall aber nicht zum Tierarzt, sondern schlachtete es, heißt es aus verlässlicher Quelle. Vor Kurzem meldeten uns Passanten, die an der Weide vorbeikamen, wieder drei Tiere, die auf dem Rücken lagen. Zum Glück halfen die Passanten den Schafen auf die Beine.

Wir bleiben an dem Fall dran!