Polizei lässt Welpen ins Tierheim bringen: Verdacht auf illegalen Tierhandel

Aufgrund der Corona-Pandemie boomt zurzeit der Handel mit Welpen. Den Preis dafür zahlen oft die Tiere.

Daher wunderten wir uns nicht wirklich, als wir am 2. April von der Polizei Dortmund angefordert wurden, in den Finkenweg in Dortmund zu kommen. Dort wurde ein Transporter aus Ungarn mit sieben Zwerg-Dackelwelpen entdeckt. Die Polizeibeamten hatten bereits die Pässe kontrolliert und waren sich unschlüssig, ob sie gültig waren.

Als unser Einsatz-Team im Finkenweg eintraf, fanden wir 5 Dackelwelpen im Transporter und 2 Welpen in einem nahestehenden Haus. Die Käfige im Transporter wurden sofort von der Fahrerin gereinigt und Futter und Wasser aufgestellt. Trotzdem roch es noch sehr stark nach Durchfall. Mindestens zwei der Welpen wirkten apathisch. Bei allen sieben Welpen besteht der Verdacht auf Parvo und Wurmbefall.

Die Besitzerin und Fahrerin des Transporters gab an, nur auf der Durchreise nach England zu sein, wo die Welpen bereits von ihren neuen Besitzern erwartet würden. Sie wäre seit Mitternacht unterwegs. (Sie hatte auch ein circa acht Monate altes Kind dabei).

Im Finkenweg würde sie lediglich eine Pause bei Bekannten machen. Die Polizeibeamten hatten aber beobachtet, dass während sie bereits vor Ort waren, Interessenten für die Dackel eingetroffen waren und unverrichteter Dinge wieder gegangen sind.

Sie hatten auch bereits recherchiert, dass die Dackel bei eBay Kleinanzeigen für je 1900 € angeboten wurden. Diese Anzeige wurde am 18. März aufgegeben und bis heute über 12.000 Mal angeklickt.

Da das Veterinäramt nicht erreicht werden konnte, wurde über die Leitstelle der Polizei die Feuerwehr informiert, die auch zügig eintraf.

Schließlich konnte durch die Leitstelle doch noch das VetAmt erreicht werden und ein Mitarbeiter des Amtes traf ein.

Nach längeren Diskussionen mit der Besitzerin entschied er, 6 Welpen von der Feuerwehr in das Dortmunder Tierheim in die Notboxen bringen zu lassen. Einen Welpen durfte die Besitzerin behalten, da Sie behauptete, dass es ihr eigener wäre.

Die Besitzerin wird die Welpen am Dienstag wahrscheinlich zurück bekommen, wenn sie diverse Transportunterlagen nachreicht.

Die Welpen wurden durch die Feuerwehr zum Dortmunder Tierheim transportiert.

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WICHTIGER HINWEIS: Die Corona-Pandemie hat den illegalen Welpenhandel stark ansteigen lassen. Viele Menschen fühlen sich durch die Kontaktbeschränkungen einsam und/oder gelangweilt. Deshalb ist der Wunsch bei vielen nach einer Katze oder einem Hund groß. Die Preise für Welpen und Kitten sind daher explodiert.

Um die Nachfrage zu bedienen, werden viele junge Tiere unter zwielichtigen Umständen nach Deutschland gebracht. Die Tiere haben oft keine Papiere, sind krank und/oder ausgehungert und durstig. Achten Sie in diesen Zeiten bitte verstärkt auf Anzeichen! Bellen aus dem Kofferraum eines Autos, der Geruch nach Tierausscheidungen oder offenkundiger Verkauf von Tieren auf einem Parkplatz oder in Seitenstraßen können auf illegalen Welpenhandel hindeuten. Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei.

Bitte kaufen Sie darüber hinaus keine Tiere über ebay, ebay Kleinanzeigen oder andere Online-Portale!!!

Wenn Sie sich eine Fellnase wünschen, kontaktieren Sie bitte etablierte Züchter oder sehen sich in einem Tierheim in Ihrer Nähe um. Dort warten viele kleine Seelchen auf ein neues Zuhause.

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