Kitten und Muttertier erleiden Vergiftung

Bei unserem letzten Einsatz in der Dortmunder Scheffelstraße zählte jede Minute: Anwohner meldeten uns eine Katzenmutter und fünf Kitten, die Zeichen einer Vergiftung zeigten. Innerhalb kurzer Zeit war ein Team von uns vor Ort.

Die Anwohner hatten drei der Kitten bereits eingefangen. Die Kleinen torkelten und wirkten komplett apathisch. Bei näherem Hinsehen entdeckten wir, dass sich ihre Zungen schwarz verfärbt hatten. „Das kann auf eine Schwermetall-Vergiftung hinweisen“, erklärt die Arche90-Vorsitzende Heike Beckmann. Die Tierschützerin Gabi Bayer musste die Kitten sofort beatmen und immer wieder reanimieren. Während der Fahrt in die Tierklinik Recklinghausen verschlechterte sich der Zustand der Tiere zunehmend.

In der Klinik angekommen, widmeten sich sofort die diensthabenden Tierärzte den kleinen Vierbeinern. „Sie mussten direkt an den Tropf und haben Sauerstoff bekommen“, erzählt Heike Beckmann. Für eins der Kitten kommt die Hilfe leider zu spät. Es verstirbt in der darauffolgenden Nacht. Zwei Kitten überleben die Vergiftung und erholen sich jetzt in einer Pflegestelle der Arche90.

Das Muttertier, das beim ersten Rettungsversuch nicht gefunden wurde, konnten die Anwohner einen Tag später sicherstellen. Auch sie wurde beim Tierarzt behandelt. Zum Glück zeigte die Katzen-Dame nur leichte Symptome. „Allerdings hatte sie schlechte Blutwerte und wohl eine Entzündung im Körper“, beschreibt Heike Beckmann. Daher verabreichten ihr die Tierärzte Antibiotika. Die Behandlung gefiel der getigerten Kitten-Mama aber so gar nicht. „Sie ist ein echter Wildfang“, sagt Heike Beckmann und lacht, „den engen Kontakt zu Menschen kennt sie gar nicht.“

Deshalb soll sie nach einer Kastration auch wieder in ihr altes Revier gebracht werden. Die Anwohner wollen die Katze weiterhin mit Futter und Wasser versorgen – und natürlich auch ein Auge auf sie haben.

Nachdem nun alle gefangenen Tiere behandelt wurden, wird unser Team in den nächsten Tagen versuchen, auch das vierte Kitten einzufangen. Dies war zuvor über eine Mauer gesprungen und hatte sich aus dem Staub gemacht. Zum Glück zeigte es nur leichtere Symptome, sodass keine Lebensgefahr besteht.

„Das fünfte Kitten wurde leider nicht mehr gesehen“, erzählt Heike Beckmann. Die Hoffnung, es noch zu finden, sinkt mit jedem Tag. Die Tierschützerin geht vom Schlimmsten aus: „Wir denken, dass es an der Vergiftung gestorben ist und irgendwo im Gebüsch liegt.“

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