Fremdvermittlung: Leonardo sucht dringend ein Zuhause!

Mein Name ist Leonardo und ich suche ganz dringend ein neues Zuhause bei hundeerfahrenen Menschen, die mir wieder Struktur und Sicherheit geben.
Leider ist mein Frauchen schwer erkrankt und ihr bleibt nicht mehr viel Zeit für mich ein neues Zuhause zu finden.
Alles über mich erfahrt ihr in meinem


Steckbrief:

Rasse: Mix
Geschlecht: Männlich, kastriert
Geboren: April 2012
Herkunft: Privatabgabe, derzeit ist Leonardo in einer Hundepension untergebracht

Wohnwünsche: Ein ruhiges Zuhause, am besten ländlich. Hundeerfahrene Menschen die ihm wieder Struktur und Sicherheit geben.

Verträglich mit Artgenossen: Nicht mit allen. Mit vielen Artgenossen versteht sich Leonardo, aber wenn er einen Artgenossen nicht mag, kann er sehr ernsthaft werden.

Verträglich mit anderen Tieren: Katzen mag Leonardo nicht

Kindergeeignet?: Bedingt. Grundsätzlich mag Leonardo Kinder. Er kennt den Kontakt mit Kindern, im neuen Zuhause sollten aber aus Sicherheitsgründen und aufgrund seiner Überforderung bei zu viel Trubel besser keine Kinder leben.

Charakter: Leonardo ist ein grundsätzlich lieber, aktiver und verschmuster Hund. In neuen Situationen, auf Straßenlärm und fremde Menschen reagiert er allerdings sehr ängstlich. An fremde Menschen und an neue Situationen gewöhnt er sich, er benötigt aber etwas Zeit. Mit Straßenlärm und vielen fremden Menschen auf einmal kann er jedoch nicht gut umgehen. Wenn die Angst zu groß wird kann es sein, dass er versucht zu schnappen, oder wenn er nicht gut gesichert ist, flüchtet.
Die veränderten Lebensumstände durch die Krankheit seines Frauchens haben ihn aus der Bahn geworfen und er benötigt nun ein sicheres Zuhause wo er wieder zur Ruhe kommen kann und seinen Platz findet.

Für Anfänger geeignet: Nein

Was sonst noch unbedingt über mich gesagt werden muss:

Leonardos Geschichte: (geschrieben von seiner derzeitigen Besitzerin)

Leonardo ist ein kastrierter Rüde, der im April acht Jahre alt wird. Er hat in den ersten viereinhalb Jahren seines Lebens ein wunderschönes Leben geführt. Er wurde und wird sehr geliebt. Leonardo war jeden Tag im Wald und auf dem Feld zu ausgedehnten Spaziergängen. Er war täglich mit Hunden zusammen und konnte mit ihnen spielen, raufen und laufen. Da Leonardo ganz lieb auch längere Strecken im Auto mitfährt, haben wir in Ferienwohnungen oder Ferienhäusern oft gemeinsam Urlaub gemacht. Das war für ihn nie ein Problem. Er kennt Berge und Seen, Strand und Meer.

Leonardo ist ein sehr anhänglicher, verschmuster und verspielter Hund. Er will gefallen und gehorchen. Ein Lob reicht ihm zur Belohnung. Wenn man nach ihm pfeift, kommt er, so schnell er kann, freudig angerannt. Er kann die normalen Basiskommandos verbal und in Zeichensprache.
Noch heute wirkt er aufgrund seines Verhaltens wie ein junger Hund, wenn auch das Schnäuzchen schon etwas grau ist. Er ist sehr sensibel und anhänglich und verhält sich in der Wohnung vollkommen ausgeglichen, es sei denn, es klingelt an der Tür.
Leonardos rechter Vorderlauf ist von Geburt an missgebildet, aber das hat ihn beim Spiel nie behindert. Er läuft auch heute noch sehr gerne und ist schnell und flink. Tierärztliche Behandlungen bezüglich seines Vorderlaufs waren nie erforderlich, da er nie Beschwerden hatte. Selbstverständlich wurde und wird er regelmäßig tierärztlich untersucht.

Leonardo kam mit vier Monaten mit dem Flugzeug in Deutschland an und war vom Flug traumatisiert und extrem ängstlich. Seine Ängstlichkeit nahm in den ersten vier Jahren seines Lebens ab, aber er blieb auch weiterhin ein ängstlicher Hund. Ängste vor fremden Menschen und Hunden sind immer geblieben und er benötigt auch heute noch Zeit und Struktur, um sich an neue Situationen zu gewöhnen. Es ist nicht daran zu denken, mit Leonardo belebte Straßen, Einkaufsstraßen oder gar die Innenstadt zu besuchen. Er hat Angst vor Straßenlärm und fremden Menschen. Wir haben das Gehen an belebteren Straßen geübt, aber es war für den Hund sehr belastend.
Leonardo sollte in belebten Bereichen immer gut gesichert sein, am besten mit Halsband und Geschirr, da er aus Angst flüchten könnte. Achtung, auf längeren Autobahnfahrten niemals einem Autobahnparkplatz zum Gassi anfahren. Das wäre sehr gefährlich. Der Straßenlärm versetzt ihn in Panik und er will nur weg. Aufgrund seiner Ängstlichkeit sind wir immer mit dem Auto zum Wald oder ins Feld gefahren und zu Fuß nur in ruhigeren Straßen gegangen.
Leonardo ist als Begleithund für einen Stadtbummel und als Gefährte für den Kaffeebesuch definitiv nicht geeignet. Man würde ihn ständig schrecklichen Ängsten aussetzen. Leonardo ist bei Naturliebhabern und Spaziergang-Fans genau richtig. Er soll ein artgerechtes und aktives Leben führen, damit würde man ihn, wie jeden anderen Hund auch, sehr glücklich machen.
Leonardo mag Kinder und hatte auch mit zwei Kindern ein sehr inniges Verhältnis. Diese Kinder lieben ihn noch heute und haben mit ihm wunderbar auf Spaziergängen und in der Wohnung gespielt. Er sollte trotzdem nicht in eine Familie kommen, da ihn der dort herrschende Trubel überfordern würde. Außerdem ist Leonardo ein sogenannter Angstbeißer. Er hat zwar noch nie einen Menschen gebissen, aber wie schnell kann ein Missverständnis mit kleinen Kindern entstehen.
Leonardo passt gut auf, ein Haushalt der oft Besuch bekommt würde seine laute Stimme durchaus auch oft zu hören bekommen, was sicherlich für beide Seiten auf Dauer Stress bedeuten würde. Leonardo hat schon mit vier Monaten ohrenbetäubend laut gebellt, wie man es von einem Welpen nicht erwarten würde. Er ist kein Kläffer im eigentlichen Sinn, er bellt nicht, wenn er alleine in der Wohnung ist, er passt aber gut auf.
Leonardo kann gut alleine bleiben und hat auch noch nie etwas in der Wohnung kaputt gemacht. Er mag keine Katzen!

Vor vier Jahren wurde ich nach einer Operation körperbehindert und diese Behinderung hat Leonardo einen Schock versetzt. Er wurde nicht mehr von einem souveränen Frauchen beschützt, sondern glaubte, er müsse jetzt der Beschützer sein. Ständig kamen Pfleger und Freunde und dieser Trubel und meine Hilflosigkeit machten Leonardo fast verrückt. Er wich die erste Zeit nicht von meiner Seite, weigerte sich, mit anderen Menschen Gassi zu gehen und zitterte am ganzen Körper, wenn er von mir weg sollte. Diese Zeit hat Leonardo natürlich völlig überfordert. Er neigte schon immer zu angstaggressivem Verhalten, aber diese Veränderung der Lebenssituation hat seine Angstaggression verstärkt. Kurz nach diesem Ereignis biss er zum ersten Mal eine Hündin.
Seit vier Jahren lebte und lebt er in zwei verschiedenen Hundepensionen. Dort hat er zwar einen strukturierten Rahmen, sodass es ihm möglich ist, mit anderen Hunden zu spielen, aber es fehlt ihm natürlich der Auslauf und die Zuwendung. In der ersten Tierpension kam es zu keinen Beißvorfällen, aber Leonardo benötigte die klare Anweisung und Aufsicht vom Besitzer der Tierpension, wenn neue Hunde kamen. In der jetzigen Tierpension kam es einmal zu einer Beißerei. Nach Aussage des Tierpensionbetreibers kommt Leonardo mit 95 % der Hunde gut aus und spielt friedlich mit ihnen, aber einige Hunde kann er nicht leiden und dann besteht schon die Gefahr, dass er sie angreift.
Leonardo neigt zu rüpeligem Verhalten und dazu muss er klare Anweisungen bekommen. Wir waren zwar die ersten zwei Jahre seines Lebens ohne Leine und oft mit einer Gruppe von Hunden unterwegs, aber diese Zeiten sind vorbei. Leider hat Leonardo sich für „Angriff ist die beste Verteidigung“ entschieden. Man kann es nicht verantworten, Leonardo ohne Leine durch den Wald laufen zu lassen. Leonardo braucht dringend wieder ein Frauchen und/oder ein Herrchen, das sich um ihn kümmert, ihm klare Anweisungen, Struktur und Sicherheit gibt. Übungen und ausgedehnte Spaziergänge würden ihm ebenfalls sehr gut tun.
Leonardo ist ein sehr lebensfreudiger und stets gut gelaunter Hund. Er wartet schon morgens, dass man aufwacht und dann wird man freudig begrüßt und täglich mit Liebe überschüttet.
Er verfügt über einen guten Grundgehorsam, ist aber nicht mehr in der Lage auf Anweisungen zu reagieren, wenn er in einer Stresssituation ist. Er verbellt dann Menschen und Hunde und rennt auf sie zu. Wenn man mit Leonardo spazieren geht, muss man die Umgebung immer im Auge behalten und zu Mensch und Hund eine größere Distanz einhalten und Leonardo frühzeitig Befehle geben, wenn er sie noch befolgen kann. Zum Beispiel musste er immer Sitz am Wegrand machen, wenn ein Fahrradfahrer oder Jogger kam. Das hat gut geklappt.
Er benötigt einen souveränen Besitzer, der/die seine Körpersprache lesen kann und Hundeerfahrung hat. Spaziergänge mit einer Schleppleine wären sicherlich sinnvoll und man sollte darauf achten, dass Leonardo eine Individualdistanz von ca. 20 m zu Hunden hat. Ein schmaler Waldweg ist deshalb nicht so gut geeignet.
Dieser Hund möchte gerne gehorchen ist auch ganz stolz, wenn man mit ihm Kommandos trainiert, neue Spiele und Kunststücke beibringt, kann aber in Stresssituationen nicht mehr gehorchen, weil seine Angst das Denken blockiert. Sicherlich kommen bei ihm mehrere Faktoren zusammen. Er ist sehr ängstlich, aber in ihm steckt auch Territorialität und Beschützerinstinkt. Diese Charaktereigenschaften überfordern ihn und er benötigt ein Herrchen und/oder Frauchen, das ihm klarmacht, dass er niemanden beschützen muss.
Belastend ist auch, dass Leonardo sich furchtbar aufregt, wenn es an der Tür klingelt oder jemand in die Wohnung kommen möchte. Er bellt dann ohrenbetäubend und das ist manchmal wirklich schwer zu ertragen. Es hat sich als hilfreich erwiesen, ihn in sein Körbchen im Schlafzimmer zu schicken und die Tür zuzumachen, damit er weiß, dass ihm keine Gefahr droht. Leonardo wurde erst dann herausgeholt, wenn er sich beruhigt hat, und ich an seiner Körpersprache gesehen habe, dass er den Besuch erkannt hat. Denn auch das ist in solchen Stresssituationen für ihn manchmal nur zeitverzögert möglich. Verlässt Leonardo das Haus, verbellt er auf der Straße schon mal präventiv alles und jeden. Manchmal geht der Stress im Auto kurz weiter. Fährt man dann los, beruhigt sich Leonardo, sobald er sich hinlegt. Das ist wirklich kein größeres Problem.
Ich hoffe sehr, dass Leonardo Herrchen und/oder Frauchen bekommt, die ihn so akzeptieren, wie er ist. Leonardo war in der Welpenschule, er war in der Angstgruppe, wir hatten Einzelstunden bei verschiedenen Hundetrainern und ich bin der Meinung, dass nicht noch mehr selbsternannte Hundetrainer an ihm herumprobieren sollten. Besitzer mit Hundeverstand und Einfühlungsvermögen werden sicherlich viel Freude an diesem schwierigen aber treuen, intelligenten und liebenswerten Hund haben. Ich würde ihn nie hergeben, wenn meine gesundheitliche Situation das nicht erfordern würde.

Bei Interesse:
Bitte eine Mail an vorstand01@arche90.de schreiben. Wir freuen uns über eure Post!